
Neurodivergenz, ADHS und Kulturelle Bildung
Neurodivergenz – insbesondere ADHS – wird zunehmend als eine Form menschlicher Vielfalt verstanden, die Wahrnehmung, Denken, Lernen und Handeln auf unterschiedliche Weise prägt. Im Feld der Kulturellen Bildung eröffnet das eine spannende Perspektive: Kulturelle und künstlerische Praxis kann Räume schaffen, in denen unterschiedliche Zugänge zur Welt nicht „angepasst“, sondern als Ressource ernst genommen werden.
Im Jahr 2026 möchten wir uns im das Kulturgetriebe vertieft mit der Frage beschäftigen, welche Potenziale Kulturelle Bildung für neurodivergente Menschen über die Lebensspanne hinweg entfalten kann – von Kindheit und Jugend über das Erwachsenenalter bis ins Alter. Dabei denken wir ausdrücklich aus einer kulturpädagogischen und kunstpädagogischen Perspektive: Ästhetische Erfahrung, Ausdruck, Selbstwirksamkeit und Teilhabe stehen im Zentrum, nicht Defizitbeschreibungen oder klinische Zuschreibungen.
Uns interessieren zum Beispiel folgende Fragestellungen:
- Wie kann Kulturvermittlung Settings ermöglichen, die unterschiedliche Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsweisen produktiv aufnehmen?
- Welche Rolle spielen künstlerische Prozesse für Selbstregulation, Ausdruck und Lernen – gerade dann, wenn Menschen nicht linear, sondern assoziativ, sprunghaft oder stark interessengeleitet arbeiten?
- Welche professionellen Haltungen unterstützen eine Praxis, die Wahlfreiheit, Resonanz und Teilhabe stärkt – in der Erwachsenenbildung ebenso wie in anderen Kontexten kultureller Bildung?
Auf Basis dieser inhaltlichen Arbeit prüfen wir, ob daraus perspektivisch eine Weiterbildung sowie begleitende Formate (z. B. Austausch- und Reflexionsräume, Praxis-Labs oder Kurzformate für Fachkräfte) entstehen können. Das Themenfeld befindet sich derzeit in der Entwicklung; daher können wir aktuell keine verbindlichen Aussagen zu konkreten Angeboten oder Zeitpunkten machen.
Wenn Sie an dem Thema Neurodivergenz / ADHS und Kulturelle Bildung interessiert sind, freuen wir uns über eine kurze Interessenbekundung. Besonders hilfreich ist für uns auch, wenn Sie eigene Themen, Fragen oder Bedarfe einbringen: In welchen Praxisfeldern arbeiten Sie? Welche Situationen oder Zielgruppen beschäftigen Sie? Welche Aspekte wünschen Sie sich in einer Weiterbildung, in Kulturvermittlung oder in der Erwachsenenbildung?
